40-JAHRE EWU, NOTES WESTERN HORSE Mai Seite 5

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Es hat mich gefreut, dass in dem Bericht über das 40-jährige Jubiläum der EWU in der WESTERN HORSE-Juniausgabe das Leistungsklassensystem der EWU lobend erwähnt wurde, da ich selbst daran mitgearbeitet habe.
Es bietet durch das 5-Stufensystem die Möglichkeit einer großen Differenzierung der Leistungen, auch wenn es meiner Ansicht nach noch besser wäre, wenn es unabhängig innerhalb der Disziplinen angewandt würde. So wie es z.B. bei der APHA im Novice-Amateur-Bereich zur Anwendung kommt.

Karl Heinz Schmidt, Hemer

Die DQHA  gratuliert der EWU ganz herzlich zu ihrem  40-jährigen Jubiläum. Und, keine Frage, die EWU hat einen gro­ßen Anteil an der Verbreitung und Popularität des Westernreitens in Deutschland. Die dahingehende  Anerkennung ist wohl verdient! Insofern ist es nur konsequent, wenn auch eine so renommierte Fachzeitschrift wie das Western Horse, die selber gerade erst ihren 30-jährigen Geburtstag gefeiert hat, das EWU-Jubiläum würdigt und ihm eine Seite widmet.
Etwas getrübt wurde diese „Gratulation“ durch die nicht ganz richtige Wiedergabe von geschichtlichen Fakten und das Ansprechen von Turnier-Wertungssystemen, die zum einen in einem solchen Artikel völlig fehlplatziert sind und zum anderen die „Feierstimmung“ leider etwas eintrübt.
Die Grundidee zur Gründung eines „Westernreitverbandes“ hatte 1976 Hardy Oelke, und auf einem Turnier in Münchholzhausen auf der „Klein Kanada Ranch“ von Horst Ströbel wurde dann 1977 der Beschluss gefasst, einen Westernreitverband zu gründen.
Die QH-Polulation war noch sehr klein und im Aufbau begriffen, viele Starter ritten daher noch Pferde anderer Rassen, aber die Teilnehmer waren fast ausnahmslos auch DQHA-Mitglieder (die DQHA war ja schon zwei Jahre früher gegründet worden. Diese unterstützten dann die formelle Gründung der EWU, die daraufhin  978 ins Vereinsregister eingetragen wurde. Erster Präsident wurde Horst Geier.
Das in dem Artikel genannte „Cooperative Mitglied DQHA“ der EWU hätte also eher als Gründer bezeichnet werden müssen, um den Hergang korrekt zu beschreiben.
Eine Steigerung der „streching the truth“-Formulierung ist es aber, das Wertungssystem nach amerikanischem Vorbild als „korrupt“ zu bezeichnen. Sicherlich kann man über unterschiedliche Richtsysteme bzw. Starterlaubnisse (wie hier die Amateur/Non-Pro/Open der übernommenen amerikanischen Praxis im Vergleich zu der Leistungsklassen-Einteilung der EWU) an sich immer unterschiedlicher Meinung sein, aber respektieren sollte man beide Systeme gleichermaßen. Immerhin gibt es auch viele Stimmen von EWU-Reitern, die die LK- Regelung kritisch sehen.
In diesem Zusammenhang das eher kriminalistisch besetzte Wort „korrupt“ zu verwenden, ist unverantwortlich, schade und eher traurig.
Für die anstehenden Feierlichkeiten und Zukunft  wünschen wir der EWU alles Gute, viel Spaß und unbeschwerte Stimmung auf das Erreichte!

Hubertus Lüring, 1. Vorsitzender der DQHA, im Namen des DQHA-Vorstandes

Anmerkung:

„Nicht ganz richtige Wiedergaben“ usw. sind natürlich immer fehlplatziert; ansonsten muss man es schon uns überlassen, was wir für angebracht halten, um erwähnt zu werden.
Aber auch diese „Klarstellung“ seitens der DQHA ist keine „ganz richtige Wiedergabe geschichtlicher Fakten“ – die ursprüngliche EWU wurde von mir ganz unabhängig von dem Turnier in Münchholzhausen initiiert. Es fand später eine Umbenennung und Neuformierung mit Eintrag ins Vereinsregister statt. Inwieweit da die DQHA oder deren Mitglieder federführend waren, entzieht sich meiner Kenntnis.
Was das Schreiben der DQHA aber veranlasst hat, ist die Bezeichnung „korrupt“ für das System der amerikanischen Mutterverbände, das in offene Klassen und Amateurklassen bzw. Non-Pro-Klassen aufteilt und das die deutschen und andere Ableger anzuwenden gezwungen sind.
Ich gebe gerne zu, dass die Textpassage, an der Anstoß genommen wird, von mir unglücklich formuliert war. Im Bestreben, über die EWU etwas aus meiner Sicht Positives auszusagen – nämlich ihr Leistungsklassensystem –, habe ich mich zu einer negativen Zusatzbemerkung hinreißen lassen, die an der Stelle unnötig war und allemal besser hätte formuliert werden sollen. Dies bedauere ich. Was gemeint war ist, dass sich schon seit langem herausgestellt hat, dass dieses System nicht funktioniert. Es gibt eine erhebliche Zahl von Teilnehmern, die als Amateure und Non-Pros starten und in Wahrheit keine sind.
Ob man diejenigen als korrupt bezeichnen will oder sonst wie, die unberechtigt als Amateure starten, sei dahingestellt.
Darum soll hier in aller Deutlichkeit klargestellt werden, dass einmal diese Bemerkung nicht von der EWU geschrieben worden war, sondern von mir.
Darüber hinaus sollte keiner der anderen Verbände dadurch angegriffen werden. Weder die DQHA noch sonst ein deutscher oder europäischer Verein sollte als korrupt bezeichnet werden. Ich weiß sehr wohl, dass sie gar keine andere Wahl haben, als mit diesem System zu arbeiten. Ich gehe davon aus, dass die Verbände gewissenhaft vorgehen bei den Starterlaubnissen für Amateure bzw. Non-Pros, aber sie können das eben nur tun auf der Basis der Informationen, die ihnen von den Teilnehmern gegeben werden…
Wenn man aber jahrzehntelang beobachtet, was da z. T. abläuft, dann kann man die Schwächen dieses System nicht ignorieren. Und die echten Amateure tun einem leid, denen die verkappten Profis Jahr für Jahr Schleifen, Pokale, Titel und u. U. auch viel Preisgeld wegschnappen.

Hardy Oelke

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