30 JAHRE WESTERN HORSE

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30 Jahre WESTERN HORSE – man kann es kaum glauben. Das älteste Western-Magazin Deutschlands und Europas erschien erstmals im Mai 1988. Damals war es vor allem die NRHA Germany, die es unterstützt hat. Bald kamen auch die AQHA und die EWU dazu und machten das WESTERN HORSE zu ihrer Verbandszeitschrift sowie der PHCG. Die NRHA Germany hatte sogar von amerikanischen Top-Trainern Glückwünsche bekommen, wie Bob Loomis, Bill Horn, Tim McQuay, Doug Milholland, Rocky Dare oder Craig Johnson. „Wir gratulieren den deutschen Reinern zu ihrem WESTERN HORSE und wünschen der Zeitschrift viel Erfolg“ hieß es und war mit ihren Unterschriften versehen.

Als das WESTERN HORSE aus der Taufe gehoben wurde, steckte das Westernreiten und  erst recht das Western-Turnierreiten noch in den Kinderschuhen. Die Zeit-schrift hat also so ziemlich die gesamte Entwicklung des Western-Turniersports mitgemacht. AQHA und EWU sind zu großen Verbänden herangewachsen, die seit langem ihr eigenes Verbandsorgan veröffentlichen. WESTERN HORSE freut sich aber, noch immer das offizielle Verbandsorgan für die NRHA Germany, den PHCG und den ApHCG zu sein, und auch, als Vereinsorgan für Western Reiter Rheinland  fungieren zu können.

Unglaublich viel hat sich in den letzten 30 Jahren getan, unglaublich viel hat sich verändert, gerade im Turniersport! Auf der einen Seite werden immer stärkere Höchstleistungen gebracht, auf der anderen Seite gibt es auf den Shows Auswüchse, die manche sogar dazu bringen, sich wieder wegzuwenden vom Westernreiten.

Das ist eine Gradwanderung, welche die Redaktion permanent zu machen gezwungen ist. Auf der einen Seite fühlen wir uns verpflichtet, Fehlentwicklungen anzusprechen, auf der anderen Seite wissen wir sehr wohl um die Wichtigkeit, insgesamt kein zu negatives Bild des Sports wiederzugeben.

Heute müssen wir uns mit Themen auseinandersetzen, an die früher kaum einer gedacht hat. In der Zucht müssen sich die Aktiven mit immer neuen Erbkrankheiten befassen und darauf Rücksicht nehmen, die von den Besitzern dieser Pferde im günstigsten Fall durch kompetentes Management in Schach gehalten werden können, in manchen Fällen aber das Todesurteil für die Pferde bedeuten. Die Gen-Forschung bei den Farben und Abzeichen der Pferde ist so weit fortgeschritten, dass man zwar viel mehr weiß – aber für jede neue Erkenntnis tauchen weitere Fragen auf, und es wird immer klarer, dass kein Pferd vom bloßen Augenschein her korrekt eingeordnet werden kann.

Wie sehr sich das Westernturnierreiten gewandelt hat, ist vielleicht am besten an drei Dingen festzumachen: einmal die Disziplin Trail, die von einem abwechslungsreichen Hindernis-Parcours (früher gab es kaum einen Trail ohne Wippe, An- und Ausziehen eines Regenmantels oder Klappersack, und nicht wenige beinhalteten einen Drag) zu einem Stangen-Mikado mutiert ist (die jüngste Entwicklung scheint wieder ein wenig zurückzurudern). Das zweite ist das Aufkommen und Immer-populärer-Werden der sogenannten Ranch-Disziplinen. Letztere ist für viele ein Zurück zu den Wurzeln, und ihre Popularität zeigt, dass viele das ursprüngliche Westernreiten wollen.

Als drittes wäre zu nennen, dass die ursprüngliche Stärke des Westernpferdes, seine Allround-Fähigkeiten, seine Vielseitigkeit, immer mehr in den Hintergrund geraten ist. Der größte Teil der Zucht ist auf Spezialisten ausgerichtet, weil auch der Turniersport auf Spezialisten fokussiert ist.

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