Erlass des NRW-Umwelt­ministeriums zu Bremsenfallen

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Man sieht auf Pferdeweiden immer mehr große Bälle an einem Galgen mit „Regenhut“ darüber. Der wärmeabstrahlender Ball dieser Bremsenfallen soll den Pferden die stechenden Insekten wegfangen. In einer Studie wurde jedoch festgestellt, dass überwiegend andere Insekten gefangen werden.

Nicht fachgerecht eingesetzte Bremsenfallen können ein illegaler Beitrag zum Artensterben sein!

Über einen Zeitraum von 21 Wochen wurden 2017 Bremsenfallen (in Fachkreisen auch Tabaniden-Fallen genannt) an verschiedenen Standorten in NRW analysiert. Das erschreckende Ergebnis der Studie: Von mehr als 50.000 gefangenen Insekten waren nur etwa 2.000 Bremsen! Stattdessen wurden u.a. mehr als 400 Schmetterlinge und 70 Wildbienen gefangen!

Ein Nutzen für die Pferde dürfte dann nicht mehr gegeben sein. Ohne selektiven Fang können diese Fallen gegen den Artenschutz-Paragraphen 44 im Bundesnaturschutzgesetz verstoßen.

Die Wirksamkeit der Fallen ist abhängig vom fachgerechten Einsatz. Es gibt neben dem Aufstellort/der Lage zur vermuteten Anflugrichtung einen weiteren Faktor: die Anzahl der Pferde. Experten aus dem VFD-Arbeitskreis Umwelt haben festgestellt, dass die Fängigkeit umso geringer ist, je mehr Pferde sich im Wirkungsbereich der Falle aufhalten. Stehen 10 Pferde im relevanten Radius der Falle, so beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Bremse sich „irrt“ und die Falle anfliegt, weniger als 10 Prozent.

Aufgrund der Ergebnisse wurden Empfehlungen für Bremsenfänge mit minimiertem Beifang zusammengestellt.

Das NRW-Umweltministerium hat aufgrund der Forschungsergebnisse Vollzugshinweise für die Unteren Naturschutzbehörden erlassen. Die Behörden sollen sicherstellen, dass vor allem in Nationalparks, FFH- oder Naturschutzgebieten keine Bremsenfallen mehr aufgestellt werden. In allen anderen Gebieten soll der Einsatz von Bremsenfallen auf die Zeit zwischen 01.06. bis 15.09. beschränkt werden.

Für fachliche Rückfragen: Sonja Schütz, Umweltreferentin,

01525-456555,

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