Germany’s Finest Rider 2017 – Noch gut zwei Monate biszur diesjährigen Auflage

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Wenn am 21. Oktober um 10.00 Uhr die Teilnehmer des diesjährigen Events an den Start gehen, dann werden wohl wieder einige darunter sein, die sich eigentlich längst vom Turniersport abgewandt haben, weil ihnen das nicht mehr gefällt, was da heute so gemacht wird, wie die Pferde traktiert werden und wie geritten wird. Bei Germany’s Finest Rider® sehen sie zurecht eine Chance, anders bewertet zu werden.
„Beim Turnierreiten bleibt das gute, feine Reiten automatisch auf der Strecke, wenn der Ehrgeiz ins Spiel kommt“, war die Aussage, die zum Germany’s Finest Rider® Contest geführt hat. Wenn der Schwerpunkt auf feinem Reiten, Harmonie, unsichtbaren Hilfen und ungestressten Pferden liegt, sollte ein pferdegerechter Wettbewerb möglich sein, so die Grundüberlegung. Noch dazu, wenn auch das Abreiten zum einen begrenzt und zum anderen mitbewertet wird, wo bei anderen Turnieren immer die unschönsten Bilder zu sehen sind.
Die Chance auf den wertvollen Trophy-Sattel hat im Grunde jeder, dessen Pferd solide ausgebildet ist und der sich an klassische Prinzipien guten Reitens hält. Jeder kann hier gewinnen, der sich z. B. eine anspruchsvolle Horsemanship zutraut. Sparsame, möglichst unsichtbare Hilfen sind das Ziel allen guten Reitens. Aber nicht in dem Sinn, dass die Pferde abgerichtet sind – sie sollen an den reiterlichen Hilfen stehen, d. h. auch am (gern losen) Zügel laufen.
„Oft sind Teilnehmer mit viel Potential dabei, die sich aber selbst um eine wirklich gute Platzierung bringen, weil sie so reiten, wie sie es von normalen Turnieren kennen“, so Initiator Hardy Oelke. „Wenn wir das gut finden würden, brauchten wir diesen Wettbewerb nicht zu veranstalten.“
Er sagt, dass frontlastig gerittene Pferde, unruhige, zupfende Zügelhände und manchmal auch kickende Absätze oder gar Sporen die hauptsächlichsten Fehler sind, die gemacht werden. Wer Fragen hat, kann sich auch gern direkt an Hardy Oelke wenden (02353-2304 oder oehorse@t-online.de).

Der Contest wird in zwei Teilen geritten: eine Pflicht, die mit dem Tor anfängt und ansonsten eine schlichte Horsemanship-Aufgabe ist, und der Kür. Bei der Kür kann unter 15 optionalen Manövern gewählt werden – wenigstens sieben und höchstens 10 aus dieser Liste der optionalen Manöver müssen gezeigt werden, egal welche. Das Schulterherein im Trab wurde neu in diese Liste genommen.
In der Vergangenheit hat hier und da zu Ärger geführt, dass leichtgetrabt wurde und die Reiter dann disqualifiziert wurden. Leichttraben im traditionellen Sinn ist nicht erlaubt, wie es ja auch in allen sonstigen Dressur-Westernturnierklassen nicht zulässig ist. Einzig in den in jüngerer Zeit aufgekommenen Ranch Riding-Klassen ist es erlaubt.
„Was ich unmöglich finde“, so Hardy Oelke. „Ausgerechnet in Ranch Riding-Klassen! Niemand auf echten Ranches trabt leicht, er würde ausgelacht. Was kommt als nächstes? Leichtgaloppieren, wie man es bei Polo-Spielern sieht? Allerdings traben viele Cow­boys im Westen im leichten Sitz – also kein Auf-und-ab, sondern den Sitz entlastend, schwebend. Das würden wir bei Germany’s Finest Rider® akzeptieren, aber nur bei starkem Trab.“
Immer wieder hat sich gezeigt, dass die Teilnehmer eine unzureichende Vorstellung vom Two Tracking haben. Sie zeigen eher ein Schenkelweichen, was man normalerweise in der Westernszene als leg Yield bezeichnet. Natürlich muss niemand Two Tracking zeigen, es sind nur wenige der insgesamt 15 zur Verfügung stehenden Manöver, aber wenn, dann muss es halt korrekt geritten werden. Beim Two Tracking, im Deutschen als „Kruppeherein“ bezeichnet oder als Travers, muss das Pferd in die Bewegungsrichtung gebogen sein. Auf der Diagonalen ausgeführt, wird das „Traversale“ genannt.
Das neu hinzugenommene „Schulterherein“ entspricht dem Leg Yield und wird auf dem Hufschlag, also entlang der Bande ausgeführt. Beim Two Tracking läuft die Hinterhand nach innen versetzt, beim Schulterherein die Vorhand, und das Pferd ist bei letzterem im Verhältnis zur Bewegungsrichtung nach außen gebogen.
Diese Manöver stammen aus der Dressur, dienen aber auch beim gutausgebildeten Westernpferd dessen Gymnastizierung und Förderung.
Jeder Teilnehmer füllt einen Bewertungsbogen aus, wo er die Manöver seiner Kür einträgt, die er zu reiten beabsichtigt. Ein Musterbeispiel für das Ausfüllen des Bogens ist hier zu finden.
Mehr als 10 Manöver sollen nicht gezeigt werden, da der Bewertungsbogen für mehr keinen Platz bietet und die Kür auch nicht zu lang werden soll (maximal ca. fünf Minuten).
Die Gesamt-Score aus Pflicht und Kür ergibt die endgültige Platzierung, wobei die Score aus der Kür mit 1,5 multipliziert wird, damit es nach der Pflicht spannend bleibt.

Anmeldeformular und Bewertungsbogen hier: https://www.westernhorse.com/news/germanys-finest-rider-2017-save-the-date/2017/05/02/

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