Bulgariens blutige Pferde

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Text//Heike Hoenig

Der Typ brüllt auf, die Männerstimmen im Hintergrund johlen.

Mit zittrigen Beinen versucht das magere Pony mit den zierlichen Röhrbeinen auf dem morastigen Untergrund voranzukommen und den Baumstamm hinter sich her zu ziehen.

Der Trampelpfad durch den Wald ins Tal ist matschig, der Schnee vermischt mit Schlamm. Der riesige Stamm hat einen Durchmesser von knapp einem Meter und ist gut drei Meter lang. Immer wieder springt das ausgemergelte Tier vorwärts, stemmt sich gegen das Gewicht des Baumes. Seine Vorderbeine knicken ein, während es verzweifelt versucht, sich mit den Hinterbeinen abzustoßen. Die Ledergurte des Pferdegeschirrs fest verzurrt mit dem Holzstamm, der Rücken und die Flanken des Tieres blutig, der Schweif hängt in Fetzen am Körper herab, schmutzig und verschmiert.

Der Arbeiter schreit noch lauter. Panik. Das Pferd ringt nach Luft, mobilisiert seine letzten Kräfte. Endlich rutscht der Baumstamm auf der Pritsche voran, gewinnt an Fahrt, wird schneller, dann geht es abwärts, ungebremst. Das kleine Pferd beginnt zu rennen. Es rennt um sein Leben. Der Mann lacht. Der Anblick des abgezehrten Pferdekörpers verschwindet hinter einer Kurve. Manchmal für immer.

„Holzpferde“ nennt sie Birgit Ferstl. Arbeitspferde, die unter elendigsten Bedingungen Baumstämme in den Wäldern Bulgariens schleppen müssen.

Viele krepieren unter der Last und sterben auf eine Art und Weise, die einem mitfühlenden Menschen die Tränen in die Augen treibt. Sie brechen schlicht zusammen und liegen sterbend am Wegesrand, vergessen und erloschen. Das nächste Pony wird eingespannt und erliegt früher oder später demselben Todeskreislauf. Ein Perpetuum Mobile des Dahinsiechens und der Qual. Tierschutzgesetze existieren nicht in einem Land, in dem die Armut regiert. Bulgarien ist so ein Land. Ein Pferdeleben ist nur den Kilopreis wert, den das Fleisch bei der Schlachtung einbringt.

Wer nicht in den Wäldern stirbt, auf den wartet oft nur noch das Bolzenschussgerät. Die Tiere landen auf Pferdemärkten und werden unter schlimmen Bedingungen viele Stunden und Tage quer durch Europa, manchmal sogar bis nach Japan, transportiert und verschifft. Sie bekommen kein Wasser und kein Futter. Zusammengepfercht in Transportern ohne Fenster, bei glühender Hitze und klirrender Kälte. Viele überleben die lange Reise nicht, sterben bereits beim Verladen, weil Helfer sie brutal verprügeln und ihnen die Knochen brechen, um sie gefügig zu machen. Immer wieder werden Fohlen und Ponys von ihren eigenen Artgenossen in engen Containern zu Tode getrampelt. Rufe von Tierschützern oder Petitionen an die bulgarische Regierung bleiben bis heute ungehört.

Birgit Ferstl aus der Oberpfalz gehört zu den Menschen, die diese Hilferufe vernommen und sich dazu entschlossen haben, aktiv einzugreifen und zu helfen.

Über Kontakte in sozialen Netzwerken lernte sie eine bulgarische Tierschützerin kennen, die Schlachtpferde in ihrer Heimat aufkauft. Birgit Ferstl unterstützt sie, in dem sie ihr hilft, diese Tiere privat in Deutschland weiter zu vermitteln. Für ihre Tierrettungsambitionen musste die Pferdeliebhaberin selbst ordentlich Lehrgeld bezahlen, denn sie fiel 2017 auf einen deutschen Pferdehändler herein, der Pferde für wenige Euro auf holländischen Märkten einkaufte und in der Bundesrepublik weit über Wert veräußerte. Dabei bediente er sich der „Mitleidsmasche“, in dem er behauptete, die Tiere würden nur Tage später geschlachtet, sofern sie niemand retten würde. Mit dieser verbalen Schlachtandrohung verkaufte er mehrere Pferde pro Woche und verdiente mitunter das Zehnfache ihres Kaufpreises. Birgit Ferstl war eine jener abgezockten „Gläubigen“. Sie erstand zehn seiner Pferde – an sie überbracht wurden aber lediglich acht, obwohl sie alle zehn ordnungsgemäß bezahlt hatte. Wie viele andere fiel sie auf den schmutzigen Verkaufstrick und die Profitgier des Händlers herein. Es handelte sich nämlich um gar keine Schlachtpferde! Was sie damals noch nicht wusste: Einige der überteuerten Tiere waren todkrank, hatten Druse und verendeten nur Tage später. Der Händler hatte gelogen. Ein Schlachtpferd ist im Pass immer als solches ausgewiesen und muss gesundheitlich gecheckt und für einwandfrei befunden worden sein, ansonsten es nicht für die Schlachtung zugelassen wird. Das war aber nicht der Fall.

„Viele Menschen haben sich verschuldet, weil sie die Pferde retten wollten“, sagt Birgit Ferstl nicht ohne Wut in der Stimme. Später verklagte sie den Händler und schwor sich, niemals wieder Opfer eines solchen Tierschänders zu werden. Eines der Pferde, für die Birgit Ferstl zahlte, wurde sogar wieder aufgefunden, das andere war inzwischen geschlachtet worden. „Ich habe nur gedacht, so ein Vorgehen muss aufhören, für die Tiere und genauso für die Menschen, die reinen Gewissens so ein Pferd kaufen“. Pferde solcher Händler kosteten die Käufer eine Menge Geld, weil sie nicht gesund seien und hohe Tierarztrechnungen verursachten. „Oft sparen junge Mädchen ihr ganzes Geld zusammen, um so einem Pferd zu helfen, und dann kommt der große Hammer, wenn die Tiere krank sind und medizinische Versorgung brauchen.“

Angestachelt durch die eigenen schlechten Erfahrungen nahm die deutsche Tierschützerin das Schicksal in die eigene Hand und suchte den Kontakt zu einer bulgarischen Gleichgesinnten, die in ihrer Heimat Pferde in Not freikauft. Ihr Name soll in diesem Artikel ausdrücklich nicht erwähnt sein, um sie vor Kontaktversuchen weiterer dubioser Händler zu schützen. Birgit Ferstl übernimmt die Vermittlung ihrer Pferde und überprüft gewissenhaft den Verbleib der Tiere in Deutschland. Sie fühlt Kauf-Interessenten gründlich „auf den Zahn.“ Dadurch, dass keine der Beteiligten an den Schützlingen Geld verdienen will, ist es umso wichtiger, genau hinzuschauen, wer ein solches Tier haben möchte. Zu groß ist die Gefahr, an verdeckt agierende Pferdehändler zu geraten, die sich an den Vierbeinen bereichern. „Für Menschen, die helfen wollen, ist es sehr schwierig, zu unterscheiden, ob es sich bei einer Tierrettung um reine Geldmacherei handelt, oder nicht“, betont sie. Man müsse schon einige Zeit dabei bleiben und den Markt intensiv beobachten, um das beurteilen zu können. Daher fühlten sich die Käufer bei ihr auch sicher, dass sie ihr Pferd nach der Bezahlung auch tatsächlich ausgehändigt bekämen. „Wenn ein Tier in Bulgarien steht, bleibt immer ein Rest Unsicherheit, ob man das Pferd auch vereinbarungsgemäß erhält.“

In ihrem eigenen Stall in der Oberpfalz und in weiteren fünf Ställen beherbergt Birgit Ferstl mittlerweile über 40 jener armen Kreaturen, die jeder andere Mensch vermutlich schon längst eingeschläfert hätte.

Darunter sind auch fünf Fohlen, die zu einem Schlachtbetrieb in Italien unterwegs waren und heute in einer Fohlenherde heranwachsen. Die ausgelagerten Stallungen werden von Menschen geführt, denen die Tierschützerin hundertprozentig vertraut. In Bulgarien versorgt Ferstl mithilfe freiwilliger Helfer noch weitere Pferde, die von ihr gerettet wurden. Ihre Vierbeiner stammen aus Bulgarien, Belgien und Portugal. Es sind ausgediente Tiere, die nicht mehr vermittelbar sind, weil sie zu alt, zu geschädigt und zu krank sind. Viele von ihnen sind „Holzpferde“ und traumatisiert. An ihren Beinen zeugen große Narben von der qualvollen Haltung. Denn in Bulgarien stehen die Tiere tagsüber und auch nachts mit Fußfesseln angepflockt nebeneinander auf Betonboden. „Ich investiere sehr viel in meine Pferde, damit es ihnen gut geht. Natürlich kann man nicht allen helfen, aber wenn sie noch ein oder zwei schöne Jahre bei mir haben bis sie sterben, ist es mir das wert“, sagt sie. Verkauft werden Ferstls Pferde nur mit einem Schutzvertrag, in dem vereinbart ist, dass ein Tier an sie zurückfällt, sofern die neuen Besitzer es nicht behalten können oder wollen. Fällt sie die falsche Entscheidung und vermittelt das Pferd in unpassende Hände, geht der Vierbeiner früher oder später wieder an sie zurück. Diese Erfahrung möchte die Tierschützerin ihren Schützlingen ersparen. Daher vermittelt sie schwerpunktmäßig nur Pferde, die noch jung und gesund sind. Hier sind die Chancen am größten, dass sie auf Dauer ein neues und gutes Zuhause finden. In der Regel wartet die Tierschützerin ab, bis sie zwischen vier und sechs Pferde zusammen hat, die eine neue Heimat gefunden haben. Erst nachdem ein Bluttest gemacht wurde, der attestiert, dass die Tiere gesund sind und keine Krankheiten einschleppen, beginnt für sie die Reise nach Deutschland. Dort warten ihre Käufer schon gespannt auf ihre Ankunft. Sie kennen ihr Pferd bisher nur von einem Foto. Wie wird es in Natura aussehen? Wird es gesund sein? Ist es verängstigt oder gar schwierig im Umgang? Alles Fragen, die im Raum stehen, wenn man ein Pferd aus dem Tierschutz-erwirbt. Eine Garantie gibt es nicht.

Birgit Ferstl inseriert ihre geretteten „Pferderln“ in ihrer Facebook-Gruppe „Pferde suchen ein Zuhause“. Ein Käufer zahlt neben dem Kaufpreis zusätzlich den Pauschalbetrag von 300 € für Bluttest, Equidenpass, Impfung und Hufschmied. Dazu kommen noch die Kosten für den Transport in die Oberpfalz in Höhe von 700 €.

Erst kürzlich kaufte sie einen Schimmel aus Bulgarien, der „nur noch aus Haut und Knochen“ bestand, so dünn und ausgezehrt war er. Trotz all ihrer Bemühungen schaffte er es nicht und starb vor Schwäche. Für einen Friesen, den sie in Belgien freikaufte, brauchte Birgit Ferstl ein Jahr, bis er wieder ein halbwegs normales Gewicht aufgebaut hatte.

„Die Pferde krepieren bei den Händlern auf oft schreckliche Weise. Sie werden nur für die Schlachtung aufgefüttert. Wer zu schwach ist, verreckt einfach. Dabei stehen zehn Pferde in einer Box, Koppeln gibt es nicht. Die kleinsten und schwächsten werden von den stärkeren Pferden kaputt getreten und zu Tode gebissen“, erzählt die Tierschützerin. Dennoch macht sie den Menschen dort nicht einmal einen Vorwurf: „Es herrscht bittere Armut dort und es ist den Leuten egal, ob ihr Pferd oder ihr Hund etwas zum Fressen hat“. Bei manchen Fällen greift aber selbst dieses Argument nicht mehr: Der Körper einer Stute, die sie freikaufte, war mit Narben von ausgedrückten Zigarettenstummeln übersäht – ein grauenvolles Zeugnis menschlicher Brutalität, für das es keine Entschuldigung gibt. „Wir stecken alles, was wir haben in unsere Pferde. Ich muss manchmal einige Tausend Euro bezahlen, bis ein Tier wieder genesen ist. Diese hohen Kosten kann ich natürlich nicht an meine Käufer weitergeben“, ergänzt sie. „Aber es ist so schön, wenn ein Pferd, das mit toten, traurigen Augen zu uns gekommen ist, mich am Ende wieder mit wachen, glänzenden Augen anblickt und sich am Leben freut. Die Augen sind der Spiegel der Seele. In ihnen sieht man alles.“

Möglich ist die Finanzierung der Pferde nur durch Birgit Ferstls Beruf und die Unterstützung ihres Mannes, der kontinuierlich neue Boxen für ihre Neuankömmlinge baut und die bestehenden Stallungen erweitert. Auch Birgits Schwester ist eine unentbehrliche Hilfe. Durch ihre medizinische Ausbildung betreut sie viele Pferde selbst. Das senkt die Kosten, weil nicht ständig ein Tierarzt gerufen werden muss. Genau wie Birgit Ferstls Schwester geht auch Hufschmied Thomas Weidemann aus Schwaig in den Ställen ein und aus. Er betreut die Vierbeiner liebevoll. An dem bulgarischen Pferd „Paulchen“ hängt sein ganzes Herz. Als der Schimmel zu Birgit Ferstl kam, war er stocklahm. Der Schmied nahm ihn sofort unter seine Fittiche. Es stellte sich heraus, dass er eine Hohlwand hatte – eine aufwendige medizinische und huftechnische Behandlung war nötig. Schmied und Tierarzt kamen jede Woche, doch der Aufwand lohnte sich. Heute kann „Paulchen“ sogar wieder galoppieren.

Urlaub gibt es bei den Ferstls schon lange nicht mehr und ist dem Ehepaar mittlerweile auch nicht mehr wichtig. Die Vierbeiner können nicht alleine gelassen werden. Es sind allesamt Gnadenbrotpferde. Bald werden die Ferstls sie alle unter einem Dach bei sich haben. Denn vor kurzem erwarb das Ehepaar eine Mühle, in dem ihre Schützlinge bis zu ihrem Tod ein schönes Zuhause haben werden. Nicht vielen Pferden ist so ein großes Glück vergönnt.

Birgit Ferstls Weihnachswunsch? „Es wäre wunderbar, wenn wir Menschen finden würden, die sich mit um unsere Pferde kümmern wollen oder so einen armen Tropf zu sich nehmen würden. Das wäre für uns das schönste Geschenk”.

Belanas Geschichte

Prall lugt „Belanas“ runder Babybauch hinter ihrer schmalen Brust hervor. In ein paar Wochen wird es soweit sein und die braun gescheckte Stute, von der niemand so genau weiß, wie alt sie ist, ihr Fohlen zur Welt bringen. Vielleicht sogar an Weihnachten. Für Melanie Pecksen und ihre Familie ist dieser Moment ein Geschenk an das Leben schlechthin. Denn eigentlich sollte die hübsche Stute bis zu ihrem Lebensende schwer bepackte Karren mit Baumstämmen in ihrer Heimat Bulgarien ziehen. Niemanden dort hätte interessiert, ob sie hochträchtig ist, und noch viel weniger nennenswert wäre ihr Fohlen gewesen. Bereits im ungeborenen Zustand schien sein Leben besiegelt: Sein Schicksal wäre das eines Schlachtfohlens gewesen, wie sie jedes Jahr zu Tausenden quer durch Europa transportiert werden. In einem Land, das sich im Würgegriff der Armut befindet, ist kein Platz für Mitleid. Doch Stute „Belana“ hatte das, was viele andere Pferde in Bulgarien nicht haben: Glück im Unglück und damit eine Chance zu überleben.

Melanie Pecksen aus dem bremischen Hagen suchte schon längere Zeit ein braves Pferd für sich und ihre Tochter Darlene, als sie auf die Arbeit der Tierschützerin Birgit Ferstl im Internet aufmerksam wurde. Die Pferdefrau aus der Oberpfalz inserierte die Stute „Belana“ in ihrer Facebook Gruppe: „Pferde suchen ein Zuhause“. Melanie stolperte über diese Anzeige. Schnell begann ihr Herz für die kleine, gescheckte Stute zu schlagen. „Unsere Katze und unser Hund kommen beide aus dem Tierschutz. Welche Rasse sie haben, ist mir völlig egal. Wenn ich einem solchen Tier ein Zuhause geben und ihm helfen kann, freue ich mich darüber“, sagt Melanie. Beim Kauf von „Belana“ war ihr nur eines wichtig: Das Pferd musste einen ganz und gar gutartigen Charakter mitbringen und zur Familie passen. Die Westernreiterin wollte kein Risiko eingehen. Denn neben der 13-jährigen Darlene gibt es noch vier weitere Geschwister, die jüngsten gerade einmal fünf und zwei Jahre alt. „Wir mussten völlig sicher sein, dass dieses Pferd lieb und brav ist. Das war die einzige Anforderung an sie. Selbst wenn sie krank und nicht reitbar gewesen wäre, hätte das keine Rolle gespielt“.

Bei Belana passte alles. Nicht nur, dass Melanie das bunte Pferd wunderschön fand, die Stute brachte auch genau den Sanftmut mit, den Melanie bei anderen Pferden vorher vergeblich gesucht hatte. Man muss die „knuddelig“ aussehende Stute, die heute auf der Flachsberg Ranch in Schwanewede auf die Geburt ihres Fohlens wartet, einfach gern haben. Dabei hat sie in ihrem Leben sicherlich schon einiges erleben und auch verschmerzen müssen. Obwohl sie anfangs deutliche Angst vor Männern zeigte, überwog doch das Vertrauen in den Menschen. Mittlerweile ist ihre Zurückhaltung und Scheu einer natürlichen Freundlichkeit gewichen, die sie jedem Besucher entgegenbringt.

„Belanas“ Alter hingegen wird auf immer ein Rätsel bleiben. In ihrem Equidenpass ist dokumentiert, dass sie fünf Jahre alt ist. Der Tierarzt sagt, sie sei drei Jahre, keinesfalls älter.

In Bulgarien zählen die Lebensjahre von Tieren nicht. Ein Pferdeleben verläuft dort stereotyp. Die Jungpferde, welche nicht als Schlachtfohlen verkauft werden, dienen als Arbeitstiere, die bis zu ihrem Tod Baumaterial und Holz schleppen müssen, oft unter erbärmlichsten Bedingungen. Eingefahren werden sie manchmal schon im Jährlingsalter. „Belana“ war etwa zweijährig, als sie gedeckt wurde, was nicht verwunderlich ist, denn Hengste laufen nicht von den Stuten getrennt. Der Vater ihres Fohlens soll ein Rapphengst sein. Wie wird wohl „Belanas“ Fohlen aussehen? Melanie Pecksen ist gespannt. Dabei war ihre Stute ohnehin schon ein wahres Überraschungspaket.

„Man weiß bei einem Pferd aus dem Tierschutz nie, was man bekommt. Vorkaufsuntersuchungen gibt es nicht. Belana hätte auch krank und lahm sein können“ erinnert sich Melanie. Als die Stute bei ihr auf der Flachsberg Ranch ankam, war sie dünn und musste aufgepeppelt werden. Auch ihre Eisen waren zu eng und mussten sofort runter. Ansonsten war das Pferd gesund. Ein Glücksgriff.

Bis die Stute in Deutschland aber ihr neues Zuhause fand, musste noch einiges geschehen. Die Tierschützerin Birgit Ferstl überließ bei der Vermittlung nichts dem Zufall. Das Pferd sollte perfekt in das Leben der neuen Besitzer passen. Sie überprüfte akribisch, wie das Pferd untergebracht sein würde und wie die Familie zu dem neuen Familienmitglied stand. Würden sie dem Pferd dauerhaft ein neues Heim geben können? Gedanken, die Birgit Ferstl umtreiben. Doch bei den Pecksens hatte sie von Anfang an ein gutes Gefühl. „Belana“ gelangte durch einen privaten Pferdetransport von Bulgarien nach Deutschland. Das war gar nicht so einfach. Denn um den Transporter auszulasten und überhaupt ausreisen zu können, mussten noch mehr Pferde frei gekauft werden. Mit „Belana“ gingen noch weitere sechs Vierbeiner auf Reise. Zwei davon schlimme Pflegefälle, die nicht mehr vermittelbar waren. Bei Birgit Ferstl finden sie ihr letztes Zuhause.

Doch „Belana“ hat überlebt. Und so gewinnt ihr Name eine andere und viel tiefere Bedeutung: In der keltischen Mythologie bedeutet er „Mutter des Lichts“. So wie ihr kleines Fohlen im Dezember das Licht der Welt erblickt, steht dieses Licht auch für ein neu geschenktes Leben. Ein wundervolle Weihnachtsgabe und vielleicht das schönste Geschenk, das man einem anderen – sei es Mensch oder Tier –  machen kann.

Kontaktinformation
Birgit Ferstl
92331 Parsberg (Oberpfalz)
mobil: 0151 552 892 02

BU

Foto: Nils Berger
Der “Friese” aus Belgien

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