Am 21. Oktober geht Germany’s Finest Rider® in die 10. Runde

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Das erste Mal wurde es 2011 veranstaltet, und 2013 gab es sogar zwei Veranstaltungen, eine in München Riem und eine auf Gut AmtmannScherf in Odenthal.

Wie zuvor, winkt auch dieses Mal wieder ein extra dafür angefertigter Trophy-Sattel als Hauptpreis, gesponsert von Way Out West und gebaut von Hi Tack & Saddles. Es ist ein Allround-Sattel, der für verschiedene Disziplinen geeignet ist, inklusive Horsemanship.

Man muss kein Spezialist sein, um gute Chancen bei Germany’s Finest Rider® zu haben. Mit jedem Pferd, das eine anspruchsvolle Horsemanship gehen kann, hat man auch hier gute Aussichten. Es dürfen gern anspruchsvolle Manöver gezeigt werden, aber das ist keineswegs notwendig – im letzten Jahr hat ein Reiter-Pferd-Paar gewonnen, das darauf verzichtet hatte und durch feines Reiten und Harmonie bestach – genau das, wofür dieses Event ins Leben gerufen wurde! Andererseits hat aber auch jeder Reiner gute Chancen, solange er gut sitzt, Hände und Beine unter Kontrolle behält und sein Pferd nicht „bis zum Anschlag“ fordert, sondern der Harmonie höchste Priorität gibt. Eins sollten sie allerdings alle beherrschen: das Durchreiten eines Tores, wie es in jeder Trail-Prüfung vorkommt, denn das ist Bestandteil der Pflichtaufgabe, die zuerst absolviert werden muss.

Im zweiten Teil geht es dann an die Kür, die mit oder ohne Musik geritten werden kann, aber wenigstens sieben beliebige von den 15 Manövern enthalten muss, die vorgegeben sind. Es dürfen auch mehr von den 15 sein oder über die sieben hinaus ganz andere, die nicht auf der Liste stehen, aber wenigstens sieben davon müssen gezeigt werden.

Da es eine Kür ist, müssen die Richter wissen, was geritten werden soll. Darum füllt jeder Teilnehmer einen Bogen aus, auf dem er die Manöver in der Reihenfolge in Spalten einträgt, in der er sie reiten will. Es gibt trotzdem kein Off–Pattern, aber theoretisch könnte z. B. Kontergalopp dazugehören, und der würde sonst als Fehler bewertet, wenn er nicht aufgelistet ist (Kreuzgalopp wird in jedem Fall als Fehler bewertet). Dieser Bogen ist zugleich der Bewertungsbogen, auf dem die Scores eingetragen werden.

Vielfach wurde dieser Bewertungsbogen überfrachtet, indem zu viele Einzelheiten hineingeschrieben wurden. Es soll einfach nur aufgeführt werden, z. B.: „Two Tracking nach rechts“, in das nächste Feld „Two Tracking nach links“, ins nächste Feld „Angaloppieren rechts“ usw. Maximal 10 Manöver sollen gezeigt werden; für mehr ist kein Platz, und die Kür soll auch nicht zu lang sein (ca. fünf Minuten).

Warum stehen in der Liste der zur Verfügung stehenden Manöver oder Übungsteile solche wie unterschiedliche Tempi im Trab, Durchparieren aus dem Galopp in den Trab oder Angaloppieren aus dem Stand gleichberechtigt neben solchen wie fliegende Wechsel, Stop und Spin, die doch anspruchsvoller sind? Das ist zwar auf den ersten Blick der Fall, aber gerade mit den „dressierten“ Pferden, den abgerichteten, können diese Übungsteile selten korrekt oder gar eindrucksvoll gezeigt werden. Und neben dem respektvollen Umgang mit dem Pferd ist es ja die solide Reitausbildung – im Gegensatz zu auf Manöver gedrillten Pferden –, die Germany’s Finest Rider® fördern will.

Wenn ein Pferd sozusagen auf Knopfdruck zu drehen anfängt und dabei gar nicht mehr an den Hilfen des Reiters zu stehen scheint, ist das nicht po­sitiv. Wer hingegen stattdessen beispielsweise einen Übergang vom Galopp in den Trab zeigt und den wirklich überzeugend ausführt, der bekommt Plus.

Nehmen wir z. B. den Übergang vom Galopp in den Trab – warum wurde das als zählendes Übungsteil dazugenommen? Weil es gar nicht so leicht ist, das formvollendet auszuführen. Wer einfach zu reiten aufhört, dem fällt das Pferd dann leicht auseinander. Wenn es sich vorher schön getragen hat und rund am Zügel lief, so wird es in dem Moment lang, die Nase geht vor, der Rücken wird mehr oder weniger hohl. Wenn Pferde nur auf Galopp und Stop abgerichtet sind, wenn sie nicht gelernt haben, sich fein an den Hilfen regulieren zu lassen, dann überreagieren sie auch gern und gehen in den Schritt anstatt in den Trab. Oder sie stoppen sogar. Es ist leichter, aus dem Galopp in den Schritt oder den Stand durchzuparieren als in den Trab. Ganz besonders, wenn der Übergang so ausgeführt werden soll, dass das Pferd im Rahmen bleibt, den Rücken oben und die Hinterhand drunter lässt und im Genick der weichen Reiterhand ohne Widerstand nachgibt.

Ähnlich ist es mit den Tempounterschieden im Trab. Wenn sie deutlich herausgeritten werden sollen, dann muss das Pferd stufenlos willig beschleunigen, ohne wegzulaufen, und es muss willig wieder heruntergeregelt werden können, ohne auseinanderzufallen. Es sollte dabei immer fein am Zügel geführt werden. Wer das mit Dressieren bzw. Abrichten zu tun versucht, dessen Pferd wird ihn verraten.

Bei Germany’s Finest Rider® – von WESTERN HORSE veranstaltet und gesponsert ­– steht Harmonie mit dem Pferd am ersten Platz. Die Pferde sollen keinerlei Stress zeigen. Wer noch Fragen dazu hat, kann sich gern an Hardy Oelke stellen (02353-2304 oder oehorse@t-online.de).

„Die Hauptfehler, die wir sehen, sind frontlastig gerittene Pferde, unruhige, zupfende Zügelhände, manchmal auch kickende oder wühlende Absätze oder Sporen“, sagt er, der diesen Contest entwickelt und mit der klassischen Ausbilderin Anja Beran zusammen gerichtet hat. „Bei den einhändig gerittenen Pferden sieht man vielfach, dass versucht wird, sie durch erzwungenes Neck Reining zu lenken. Das sieht immer unschön aus.“

Ob mit Sporen oder ohne geritten wird, spielt keine Rolle. Nur das Wie und wie das Pferd reagiert.

Ein Besonderheit ist, dass das Abreiten zeitlich begrenzt ist und unter Beobachtung der Richter stattfindet. Und es wird mitbewertet, insofern, als dass man sich durch unnötig grobe Behandlung des Pferdes usw. schon Minuspunkte einhandeln kann, die man dann als Hypothek mit in den Wettbewerb nimmt.

Die 15 optionalen Manöver sind: 1. Two Tracking (Schritt-Travers) in beide Richtungen, 2. Two Tracking auf der Diagonalen (Schritt-Traversalen) in beide Richtungen, 3. Two Tracking im Trab (Trab-Travers) in beide Richtungen, 4. Two Tracking im Trab auf der Diagonalen (Trab-Traversalen) in beide Richtungen, 5. Schulterherein im Trab in beide Richtungen, 6. Galopp-Traversalen in beide Richtungen, 7. Angaloppieren aus dem Stand, 8. deutliche Tempounterschiede im Trab, 9. Parade aus dem Galopp in den Trab, 10. Spins in beide Richtungen, 11. Rollbacks in beide Richtungen, 12. Backup (Pflicht = muss gezeigt werden!), 13. Große schnelle und/oder kleine langsame Galoppzirkel auf jeder Hand, 14. Sliding Stop, 15. Fliegende Galoppwechsel auf jeder Hand. Ein schnelles Manöver muss dabei sein (schneller Galopp).

Anmeldeformular und Bewertungsbogen hier: http://www.westernhorse.com/news/germanys-finest-rider-2017-save-the-date/2017/05/02/

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