„Krankheit“ Western Pleasure, WH 4-14

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Pleasure – für wen?

Bei Betrachtung einer beliebigen Pleas­ure-Klasse fällt auf, dass die meisten teilnehmenden Pferde keine eleganten, freien Bewegungen zeigen, sondern lustlos und stumpf wirken und nicht den Grundsätzen aller übrigen anerkannten Reitweisen entsprechen. Die Ausrü­stung von Pferd und Reiter wirkt zum Teil kitschig und der Reitstil manieriert. Ein Pferdekenner – auch ohne Spezial­wis­sen über die Westernreitweise – be­merkt ohne Zweifel, dass die Pferde durch Manipulation oder biomechanisch falsches Reiten zu Automaten mit schwe­ren Bewegungsmängeln gemacht wurden. Warum diese Schauklasse ausgerechnet „Pleasure“ heißt, sollte man zu erklären versuchen; für die Pferde ist sie das sicher nicht (mehr). Ich vermute, dass sie vor langer Zeit als Nachemp­fin­dung eines Ausrittes über die Ranch ge­schaffen wurde, bezweifle jedoch, dass ein Rancher mit einem Funken Stolz sich jemals auf so einem Tier zeigen wür­de.

Die europäischen Grundsätze der dressurmäßigen Ausbildung beruhen weitgehend auf der anatomischen Annah­me, dass ungerittene Pferde etwa 55 % ihres Körpergewichts auf der Vorhand tragen und ca. 45 % auf der Hinterhand. Das sich selbst überlassene Pferd in freier Natur ist trotzdem den Anforderun­gen seiner Umwelt bestens gewachsen. Anders ist es beim „zivilisierten Reit­pferd“ unter menschlicher Obhut, das fast nur sportlich verwendet wird – es wird in der Regel naturfern gehalten (Box; wenig Licht und Frischluft; Bewe­gungsdefizit; kurze Fresszeiten etc.). Da­durch können Bewegungsapparat und Vitalsysteme (Herz-Lunge-Magen-Darm) ungenügend ausgebildet oder ge­schädigt werden. Diesen Pferden will man durch vernünftiges Gymnastizieren einen Ausgleich bieten, besonders in der Stärkung der Tragkraft und Mobili­tät der Hinterhand. Das Ziel des fertig ausgebildeten Pferdes ist ein hoher Ver­sammlungsgrad, eine gute Balance und eine kräftige Muskulatur.

Die Zucht des Quarter Horses hat – analog zu hochintensiven Fleischrind-Ras­sen wie Belgian Blue, Limousin oder Chi­anina etc. – eine genetisch bedingte, überdurchschnittliche Muskelfülle er­möglicht. Diese tritt auch an relativ un­trainierten Individuen auf und wird durch allgemein intensive Aufzucht/

Füt­te­rung und künstliche Methoden (Showing; Medikamentierung; Training) noch verstärkt. Somit zeigt sich schon ein untrainiertes Quarter Horse dem neutralen Betrachter als austrainierter Athlet, dem man auf den ersten Blick ei­nen hohen Fitnessgrad zusprechen möch­te, wie er in allen anderen Sparten nur durch längere Ausbildung und entsprechendes Training erzielt werden kann. Hier liegt neben der theoretisch nicht nachteiligen oder für Western Fans gar wünschenswerten Muskelfülle für einen Momentkraft-Sportler aber eine optische Täuschung vor. Das Fun­da­ment (Beine, Hufe) wurde nicht der Körpermasse entsprechend mitverstärkt, die Hufe sind oft zu klein, die Fes­seln zu dünn etc. Somit täuscht der züchterische Fortschritt darüber hinweg, dass man Quarter Horses falsch ausbildet; sie wirken optisch dennoch auf den Betrachter als gut trainierte Ath­leten. Ob dies nun ein bewusst an­gestrebter und eingesetzter Vorteil ist oder ein zufälliges Nebenprodukt, kann ich nicht beurteilen. Diese Tatsache macht jedenfalls eine sinnvolle Diskus­sion bzw. Argumentation nicht einfacher, denn der Westerntrainer kann sich auf den Standpunkt zurückziehen, dass ein falsch gerittenes Pferd doch nicht so toll aussehen könne. Aber das kann es anscheinend.

Das klassische Ausbildungssystem sieht folgendes vor: Der steigenden Bela­stung durch Reitergewicht und reiterliche Anforderung soll der Reiter entgegenwirken, indem er das junge Pferd animiert, sich erneut auszubalancieren und den Schwerpunkt bestmöglich zu unterstützen. Der Weg dahin kann als Gymnastizieren (Kräftigen und Ausba­lancieren) und das weitere Resultat als Versammlung bezeichnet werden. Das junge Pferd wird dazu etwa ein Jahr lang in die Tiefe geritten, was nichts mit „Rollkur“ oder „Nase-im-Sand“ zu tun hat, sondern mit einem schwingenden, aufgewölbten Rücken, der so genannten Bascule, und einem entspannten Hals sowie offenem Ganaschenwinkel. Über das basculierende Pferd führt der Weg allmählich in eine relative Aufrich­tung, die mit der Senkung der untertretenden Hinterhand korrespondiert.

Wir dürfen davon ausgehen, dass ein gut ausgebildet und trainiertes Pferd neben der Schwungkraft auch die Trag­kraft weiter entwickelt und sich in leicht kontrollierbarem Vorwärtsdrang zeigt. Dabei sollen sich die Bewegungs­ab­läufe mit steigender Versammlung von er­kennbar schwungvoll-weit zu deutlich kraftvoll-erhaben verlagern, oh­ne an Gehlust einzubüßen. Geschieht dies nicht, so spricht man von weggerittenen Gängen, die dann schleppend und schwunglos sind, kurz, flach, energielos und unharmonisch. Die Rücken­tä­tigkeit des Pferdes ist stark eingeschränkt oder sogar bei festem Rücken kaum mehr vorhanden, man spricht dann von ei­nem „Schenkelgänger“, der nur mehr „die Beine bewegt“. Das gut gerittene Pferd wird in allen Gängen und Tempi gut sitzen lassen, denn es schwingt oder „geht über den Rücken“. Keinesfalls ist es deshalb bequem zu sitzen, weil es der­art an Schwung verloren hat, dass der feste Rücken keine merklichen Be­we­gungsimpulse mehr überträgt.

Ein korrekt versammeltes Pferd wird in ungezwungener Selbsthaltung, in abge­kürztem aber schwungvollem Gangmaß und in harmonischem Gleichgewicht ge­hen und dabei scheinbar mühelos die seinem Ausbildungsgrad entsprechenden Lektionen ausführen. Ein Zeichen guter Ausbildung ist es laut Xenophon (klassischer Ausbilder), wenn das Pferd im Laufe derselben sinngemäß „immer schöner und stolzer“ wird. Eine Übersetzung dieser subjektiven Begriffe in mo­dernes Deutsch wäre etwa: Die Musku­latur wird plastischer, das Pferd zeigt energische, kadenzierte Bewegungen; sein Auftreten ist aufmerksam und temperamentvoll. – Leider habe ich davon in den Pleasure-Klassen bis dato nichts davon gesehen… Man mag einwerfen, dass Versammlung oder Dressur etc. nichts mit dem Bewerb Pleasure zu tun habe; das ist nur bedingt nachvollziehbar. Wenn man die Anforderungen an ein gerittenes Pferd an irgendeinem be­liebigen Punkt der Skala der Ausbildung festmacht, egal wo, so müssen doch die davor/darunter liegenden Kriterien vollkommen erfüllt sein, wenn ich das Tier als vorläufiges Endprodukt vorstellen will. Die Anforderung, dass ein Pferd weit unter jedem bekannten natürlichen Tempo lustlos mit der Nase am Boden dahinschlurft, gibt es aber in keinem Sta­dium irgendeiner Reitweise – außer jener, die man als „Westernreiten“ versteht. Solche Pferde können weder Vor­stufe, noch Zwischenstadium oder gar Endprodukt sein!

Der Name „Pleasure“ suggeriert reiterliches Vergnügen; dieses ist subjektiv und kulturabhängig differenziert zu sehen. Einem Spanier bei der Fiesta wird ein ge­­mütlich dahintrottender Gaul kein Ver­gnügen machen, einem Polizeireiter ein bodenscheuer Durchgänger auf die Nerven fallen usw. Beide werden jedoch ein rittiges, also williges und aufmerksames Tier schätzen, das sich dem Reiter anbietet. Man kann davon ausgehen, dass beim „Spazierenreiten“ ein dem na­­türlichen Tempo des Pferdes entsprechender Bewegungsablauf als an­ge­­nehm empfunden wird („Arbeits­­tem­po“). Starke Veränderungen nach oben oder unten werden den natürlichen Be­wegungsablauf verändern und – ohne Ausgleich durch eine entsprechende Ausbildung – auf Dauer negativ emp­funden werden. Ich wage hier eine politisch unkorrekte Pauschalanschul­di­gung: In den USA ist die Übertreibung ein häufiges und erprobtes Stilmittel, das allgemein akzeptiert und oft kritik­los verfochten wird. In Pferdesport und -zucht bemerkt man dieses Phänomen seit langem; da wurden/werden Ameri­can Saddlebreds und Tennessee Walk­ers mit Kunsthufen und Schweifopera­tio­nen gequält, um einen „Look“ zu er­zielen, der als „English“ oder „Park“ miss­verstanden wird. Die Bewegungen sind kaum zu reiten, es hat sich ein lä­cherlicher „Stil“ entwickelt, der des Vor­bildes des eleganten Reitens im Londo­ner Hyde Park nur spottet. Solche Krea­turen würden in England sofort in die Obhut der Tierschutzvereine geholt, ih­re Besitzer angezeigt. Ich empfinde ne­ben der Pleasure-Klasse noch andere Klas­sen im Western Show Circuit als ver­­zerrt: Hunter under Saddle/Hunt Seat Equitation/Working Hunter sind weitere Beispiele für eine stilistische Entfremdung. Die Pferde sehen keinesfalls wie Jagdpferde aus, doch wichtiger ist die Reitweise, die in nichts an einen Jagdritt, nicht einmal entfernt an eine britische (somit originale) Working Hun­t­er Class erinnert. Dort würde ein Pferd schwer pönalisiert, das die Vor­der­beine am Sprung hängen lässt; in den USA wird es dafür gelobt. Dort wür­de ein re­lativ schwunglos gehendes und zu tief eingestelltes Pferd niedrig be­wer­tet, hier ist es das Ideal. Und dieses Ideal hat leider nichts mehr mit dem Original zu tun – worin ich das wahre Manko des amerikanischen Schauwe­sens sehe: Man interpretiert unreflektiert die ur­sprüngliche Zielsetzung neu, sucht nach aufregenden Details, die man maß­los übertreiben kann, und er­klärt diese Ent­fremdung dann zum Ge­setz. Das be­folgt dann jedermann sklavisch, ohne auch nur den Gedanken an ein kritisches Hinterfragen aufkommen zu lassen. Die Richter halten sich be­deckt; die Reiter tun, was getan werden muss; die Ver­bän­de machen gute Miene zum bösen Spiel. Und „good old Eu­rope“, wo man schon sehr gut reiten konnte, ehe wieder ein neuzeitlicher Gaul seine Hufe auf amerikanischen Bo­den setzte? Na ja, wir machen’s inzwischen genauso… Aber nochmal, die PFER­DE haben dabei sicher kein Vergü­gen.

Martin Haller, Graz

Lieber Hardy,

mit Deinem Artikel triffst Du den Nagel auf den Kopf. Als ich 2004 zum ersten Mal die Americana besucht habe, also vor 10 Jahren, wurde dort auch die Eu­ro­pameisterschaft in der Western Plea­s­ure ausgetragen. Als Neuling in der We­sternreitszene habe ich mir damals also ganz unbeleckt als Zuschauer und Nicht­­experte die Western Pleasure an­ge­tan. Und ich habe mich erschrocken! Da humpelten also die Pferde mit ihren Reiter/innen in den Glitzerklamotten um die Wette und, oh Graus, der am besten humpelte, wurde Europameister.

Ich habe mir dann sagen lassen, dass diese Pferde von Natur aus „ganz normal“ laufen können und dass man ihnen diese Humpelei erst einmal beibringen muss. Und wenn ich diese sogenannten Experten auf den Abreiteplätzen sehe, wie sie ihre Pferde mit Martingal, Kan­dare und Sporen traktieren, um sie „lahm“ zu bekommen, dann dreht sich mir der Magen um.

So eine Reiterei sollte von den Richtern bestraft und nicht belohnt werden. Viel­leicht sollte man die alten Haudegen von Pleasure-Richtern aus dem Verkehr ziehen und eine neue, junge, unverdorbene Generation von Pleasure-Richtern installieren, die nach den Regeln der Ver­bände richten und nicht nach den selbst ausgedachten Regeln.

Heinrich Schmitz, HS Paint Horses, Hohenstadt

 

„EINEN GESUNDEN HUF WACHSEN LASSEN“, Wh 4-14

Hallo Hardy!

Mit großem Interesse habe ich Deinen Bericht gelesen zum Thema Mustang-Hufe. Auf der Messe „Pferd Bodensee“ hatte ich Kontakt zu einem Aussteller und Hufpfleger, der nach dieser Art die Hufe trimmt.

Du schreibst in Deinem Bericht, dass die Fütterung von Hafer und (anderem) Ge­treide sich negativ auf den Stoff­wech­sel und somit auch negativ auf die Hufent­wicklung auswirkt. Was soll man dann als Kraftfutter für Sport- oder Wander­reit­pferde füttern?  Gibt es eine Fütte­rungsempfehlung oder Tips für Barhuf-Förderung?

Georg Behr, Trichtingen

Antwort:

Futter und Haltungsform und Nutzung (Bewegung) spielen eine Hauptrolle für das gesunde Hufwachstum, das richtige Trimmen ist nur das Tüpfelchen auf dem „i“. Mit anderen Worten: Auch bei be­stem, richtigem Trimmen wird sich kein gesunder Huf entwickeln, wenn die Fütte­rung falsch ist oder sich das Pferd zu we­nig bewegt bzw. zu we­nig bewegt wird.

Wenn ein Pferd wirklich Leistung bringen muss, so viel, dass es andernfalls abmagert, dann ist auch eine Getrei­de­zufüt­te­rung okay. Aber die meisten Pfer­de werden zugefüttert – meistens mit Getreide, manche auch mit Rüben­schnitzeln usw. – ohne dass sie es nötig haben, weil die Be­sitzer ihnen etwas vermeintlich Gutes tun wollen, weil sie den Anblick hochgefütterter Tiere lieben, weil sie eine Halter-Klas­se gewinnen wollen usw.

Pferde können bei un­begrenzter Auf­nah­me von gutem Gras und gutem Heu er­heb­liche Leistun­gen erbringen, Leistun­gen, die weit über das hinausgehen, was ein Freizeitreiter normalerweise fordert oder was beim mä­ßi­gen Training auch von Turnierpferden abgerufen wird. Wer reitet sein Pferd schon täglich mehr als eine Stunde? Und das kann ein gesundes Pferd bei uneingeschränkter Heu- und Grasfüt­te­rung ohne weiteres leisten.

Man sollte eher den Weg beschreiten, ab­zuwarten, ob ein Pferd anfängt, schlecht auszusehen, und dann maßvoll zufüttern. Was hingegen meistens ge­macht wird, ist eine Zufütterung von Ha­fer oder Ähnlichem von vornherein und nach Gut­dünken, was dann nicht selten auch noch Verhaltensprobleme beim Pferd verursacht.

Das Hufwachstum spiegelt die Fütte­rung wider und die Beanspruchung und vor al­lem auch, wie ein Pferd aufgewachsen ist. Man kann keine Hufe wie bei einem Wildpferd erwarten, wenn das Pferd hauptsächlich in der Box oder in einem Auslauf steht oder wenn es sich relativ wenig auf einer Weide be­wegt, die vielleicht auch noch einen weichen Boden hat. Wenn man einen ge­sun­den Huf an­strebt, ist das ein weites Wissensgebiet, bei dem das Trimmen nur ein Teilaspekt ist. Denn auch Gras ist nicht gleich Gras, Weide nicht gleich Weide. Die Leute, die das alles studieren, haben auch Gräser und Weiden studieren müssen, vor allem auch bezüglich der Hufrehe-Ursachen. Ein und dieselbe Weide kann zu verschiedenen Ta­geszeiten und sowieso bei verschiedenen Witterungsbedingun­gen ein unterschiedliches Hufrehe-Ri­si­ko darstellen.

Die Fütterungsempfehlung für einen ge­sunden Huf (der immer ein Barhuf ist) ist also Gras und/oder Heu und Getreide nur in dem Maß, wie eine hohe Bean­spru­chung dies notwenig macht. Das be­deu­tet dann automatisch, dass das Pferd so viel läuft, dass es einen gesunden Huf ent­wickeln muss.

H.O.

„Krankheit“ Western Pleasure, Wh 4-14

Jetzt muss ich mich auch mal in die Dis­kussion um die Pleasure einmischen. Die Lösung des Problems ist ganz einfach. Wir brauchen keinen „extended Jog“ oder eine „Ranch-Pleasure“ als Neu­erung, sondern nur die Einführung einer Bewertung des Schrittes (Einhufen der Hintergliedmaßen in die Spur der Vordergliedmaßen) und das für alle Klas­sen. Wenn man dann auch noch die hinauswirft, die Pass oder Kurz-Lang ge­hen, bleibt nicht mehr viel übrig.

Lei­der sieht man auch in der Reining Pfer­de, die nach der Gebisskontrolle aus der Halle geführt werden und die keinen klaren Schritt mehr haben. Auf der Q12 war sogar eins dabei, das ich disqualifiziert hätte, da es kaum noch einen Fuß vor den anderen setzen konnte. Bedauerlich finde ich, dass diese Pferde in ihrer Freizeit auf der Weide oder dem Paddock sich frei bewegend auch keinen Schritt mehr haben und es keiner mehr sieht. Es wird mittlerweile als völlig normaler Bewegungsablauf gesehen. Aber wie soll ein Auge auch geschult wer­den, wenn es Deckanzeigen gibt, wo ein Pferd als hervorragender Beweger gepriesen wird, das beim Auffußen ei­nen Abstand von mindestens 30 cm zwischen Hinter- und Vorderhuf aufweist?! Leider ist das nicht nur bei Turnieren zu beobachten, sondern auch bei Zucht­buch­eintragungen – dort wird meinem Gefühl nach mehr Wert auf Abstam­mung ei­nes jeweiligen Modehengstes gelegt und auch auf den Namen des Züchters. Womit wir auch das Thema Out-cross“ anreißen. Wie sollte man so etwas wagen können, wenn es schon in der Fohlenbewertung nur nach Namen geht? Ich empfinde, es führt sich dann auch noch im Turniersport fort. Man braucht erst gar nicht dort aufzulaufen, wenn man nicht ein Pferd mit entsprechendem Papier hat, am besten von namhaften Züchtern, noch besser von namhaften Trainern ausgebildet. Meines Erachtens ist der Western-Tur­niersport mittlerweile dort angekommen, weswegen sich viele vor Jahr­zehn­ten vom Englisch-Turniersport abwendeten. Leider auch von der Atmosphäre her. Man sieht viele verbissene, zu ehrgeizige Gesichter. Wo ist der Spaß ge­blieben? Ich mag mir das nicht mehr an­sehen, und ich war nur auf einem No­vice-Turnier… Bei Profis habe ich noch bedingt Verständnis dafür, dass sie sich dem Unterwerfen – aber der Freizeit­reiter?! Ihr seid die breite Masse, die et­was verändern könnte! Es gibt Profis, die anders reiten, wo die Pferde noch laufen, leider wird das mit einer hinteren Platzierung „belohnt“.

Ihr Freizeitreiter könntet eine Men­ge Geld an Tierarztkosten und Ko­sten für Chiropraktik/Osteopathie sparen, wenn Ihr Eure Pferde wieder befähigt, sich na­türlich zu bewegen. Meines Erachtens habt Ihr die Wahl zwischen der Gesund­heit Eurer Pferde und dem Turnier­er­folg. Ich habe meine Wahl getroffen. Ich mache den Wahnsinn nicht mit, habe Alternativen gesucht und gefunden. Ich bin wieder raus aus der Westernszene, und man trifft mich im Wald oder auf Playdays,Ranch Horse Events ect. Und es ist erstaunlich, wieviele von den „al­ten Gesichtern“ man dort sieht…

Anja Wiertz, Much

 

1 Kommentar

  1. Hardy,

    erstmal vielen herzlichen Dank fuer den Bericht. Natuerlich stimme ich dir voelligst zu! Wie du vielleicht weisst, bin ich in die USA ausgewandert.
    Darum wuerde ich Dich gerne bitten, den Artikel zu uebersetzen bzw. um Erlaubnis bitten, ihn uebersetzen zu duerfen und in den USA zu veroeffentlichen.

    In der Hoffnung, dass es 5% vielleicht doch zum Nachdenken anregt.

    Liebe Gruesse aus den USA,
    Barbara Caiado
    DP – Saddlery

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