Ivermectin könnte Ineffektiv gegen manche Würmer sein

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Immer mehr Nachrichten erscheinen über Resistenzen gegenüber Entwurmungsmittel. Pferdebesitzer und Veterinäre zielen immer mehr darauf ab, gezielt zu entwurmen. Als Ivermectin auf den Markt kam, dachte man, dass es aufgrund der Wirkungsweise keine Resistenzen geben würde – das hat sich wohl nicht bewahrheitet.

Französische Forscher meinen, dass bei der Entwurmung mit Ivermectin manche Parasiten außer Acht gelassen werden. Das Mittel gehört zu den häufig angewandten Entwurmern. Bei einem dreijährigen Versuch mit einer Herde Welsh Ponies in einem französischen Forschungszentrum stellte sich heraus, dass es gegen Fadenwürmer ineffektiv war.

Fenbendazole hingegen eliminierte die Würmer, die Juckreiz und Schweifscheuern verursachen, sagte Dr Guillaume Sallé vom National Agricultural Institute (INRA) in Nouzilly, Frankreich.

„Die allgemein empfohlene Strategie bei der gezielten Entwurmung gegen Strongyliden ist, diese mit Ivermectin zu kontrollieren, wogegen Fenbendazole nicht mehr effektiv sei“, so Sallé. „Aber Fenbendazole ist immer noch effektiv gegen Rundwürmer und Fadenwürmer. Es ist möglich, dass wir durch eine reduzierte Behandlung mehr Fadenwürmer zulassen.“

Wissenschaftler an der INRA Nouzilly, die mit einer der INRA gehörenden Forschungs-Zuchtherde arbeiten, bemerkten, dass mehrere der Ponies Fadenwürmer hatten. Als Teil des Forschungsprogramms waren die Ponies regelmäßig mit Ivermectin entwurmt worden, entsprechend des gezielten, auf Kotproben basierenden Programms. Die Wissenschaftler waren überrascht, dass die befallenen Ponies nur drei oder vier Wochen vorher mit Ivermectin behandelt worden waren.

Darum begannen Sallé und seine Kollegen, bei diesen Ponies Ivermectin auf seine Effektivität zu testen. Sie gaben erneut eine normale Dosis Ivermectin und benutzten dann Klebeband in der Analregion der Ponies, um auf Wurmeier zu testen und diese zu zählen (die Eier sind nur in kleinsten Mengen im Kot zu finden, weshalb Kotproben da wenig Aufschluss geben). Sie fanden, dass in den folgenden Monaten alle sechs Ponies weiterhin mit Fadenwürmern infiziert blieben, obwohl diese bei der Hälfte der Pferde deutlich zurückgegangen war.

Im folgenden Jahr teilten die Wissenschaftler sechs fadenwurminfizierte Ponies in drei Behandlungsgruppen auf: Ivermectin, Fenbendazole und Pyrantel Embonate. Beide mit Ivermectin behandelte Ponies zeigten 41 Tage später noch Fadenwurmbefall. Die mit Fenbendazole behandelten Ponies hatten nach acht Tagen keinen Fadenwurmbefall mehr, und die mit Pyrantel Embonate behandelten waren nach 14 Tagen frei von Befall.

Obwohl Fadenwürmer nicht besonders schäd­lich für die Pferde sind, beeinträchtigen sie doch ihr Wohlbefinden, weil sie analen Juckreiz auslösen und Scheuern der Schweifrübe. Das Waschen der Analregion mit Seife kann den Befall mit Eiern reduzieren, aber wenn ein Pferd Anzeichen des Befalls und Unbehagen zeigt, sollte man es mit Fenbendazole oder Pyrantel Embonate entwurmen.

Zur Zeit ist es laut den Wissenschaftlern noch zu früh, zu behaupten, dass Fadenwürmer gegen Ivermectin resistent geworden sind oder das Medikament einfach nicht gegen diesen Parasiten wirkt. Eine Studie in den USA scheint diese Annahme zu widerlegen.

Die Studie „Ivermectin failure in the control of Oxyuris equi in a herd of ponies in France” wurde von Veterinary Parasitology veröffentlicht.

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