Aus dem Artikel „Schon gehört?“

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Eine ganz besondere Beziehung

Fast alle Reiter und Pferdebesitzer glauben zu ihren Pferden eine ganz besondere Beziehung zu haben. In vielen Fällen ein durchaus richtiges Gefühlwie norwegische und amerikanische Forscher in einer Studie belegten. Anita Maurstad, Professorin am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Tromsø in Norwegen und Dona Davis und Sarah Cowles, beide an der Abteilung für Anthropologie und Soziologie der Universität von South Dakota interviewten 60 männliche und weibliche Reiter unterschiedlicher Disziplinen in Nordamerika und Norwegen, um die Wirkung des Reitens und ihre Beziehung zu ihren Pferden besser zu verstehen. Die Antworten fokussierten sich auf Aktionen und Interaktionen mit spürbaren Auswirkungen für beide, Pferd und Reiter. „Wenn Reiter ihre Pferde kennenlernen stimmen sie auf sie ein lernen von den mentalen und physischen Reaktionen ihres Pferdes. Und genauso lernen auch Pferde sich auf ‚ihren’ Menschen einzustimmen. ‚Co-Being’ wird diese Art von Beziehung genannt“. Erklärt  Anita Maurstad „Es beschreibt eine Beziehung in der sich jeder Partner entwickelt, um besser miteinander zu „korrespondieren“, sowohl physisch als auch mental. Die Co-Being-Theorie geht über die bekannte ‚Spiegeltheorie’ hinaus, in der Pferde „Reflektionen“ ihrer Reiter sind. In Co-Being respektieren Reiter ihre Pferde als Persönlichkeiten, die sich immer weiterentwickeln. Sie sehen Pferde als unterschiedliche Persönlichkeiten und nicht als passive Reflexionen ihrer selbst“.

Vor allem während des Reitens kann sich diese besondere Art der Beziehung festigen. Reiter stimmen ihre Emotionen und Bewegungen auf die des Pferdes ab. Aktion und Reaktion zwischen den Spezies machen das Reiten zu einer gemeinsamen Übung, in der die Körper synchronisiert werden. Und in diesem Prozess der Synchronisation verändern sich beide mental und körperlich. Und sie profitieren beide. „Die Beziehung zum Pferd wird vom Menschen als gut für den Körper und Seele empfunden. Sie hat beides, sowohl körperliche als auch therapeutische Qualitäten“. Sagt Dona Davis „Was die Pferde in unserer Studie angeht, haben sie gelernt, in Beziehungen mit Menschen und Pferden zu leben. Sie können beides unterscheiden und wissen was ihnen gut tut. Aber wie in jeder Beziehung brauchen beide Partner Zeit um zu einer Einheit zu werden.

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